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Zwischen Rolle und Realität

  • 27. Juli
  • 2 Min. Lesezeit

Ein Film beginnt lange bevor die erste Kamera läuft. Mit Gesprächen, Fragen und Begegnungen, aus denen sich eine Geschichte langsam formt.


Bei „Not Without a Star“ ist mir deshalb wichtig, einzelne Menschen möglichst früh in die Entwicklung einzubeziehen. Einer davon ist der Schauspieler Max Rüdlinger.


Max und ich kennen uns seit vielen Jahren und haben bereits mehrfach zusammengearbeitet. Umso schöner war es, nun wieder zusammenzusitzen und über ein neues gemeinsames Projekt zu sprechen.


Für „Not Without a Star“ soll Max nicht einfach irgendwann ein fertiges Drehbuch erhalten und eine bereits vollständig definierte Rolle übernehmen. Die Figur wird von Beginn an mit ihm im Kopf entwickelt. Deshalb möchte ich ihn schon während des Schreibprozesses einbeziehen und dort, wo es sinnvoll ist, auch seine Erfahrungen, Gedanken und Beobachtungen in die weitere Entwicklung einfliessen lassen.


Gerade bei diesem Film ist das besonders wichtig. „Not Without a Star“ bewegt sich bewusst zwischen Fiktion und Realität. Max soll im Film eine Version seiner selbst spielen. Keine dokumentarische Abbildung seiner Person, aber auch keine vollkommen losgelöste Kunstfigur. Wirklichkeit und Erfindung dürfen sich berühren.


Beim ersten Treffen ging es deshalb noch nicht darum, einzelne Dialoge oder Szenen festzulegen. Im Mittelpunkt standen vielmehr die Geschichte und die Fragen, die hinter ihr stehen.


Was bedeutet es, über Jahrzehnte Schauspieler zu sein? Welche Rollen spielt man im Beruf und welche im eigenen Leben? Wann steht man im Mittelpunkt, wann am Rand? Und wie verändert sich der Blick darauf mit der Zeit?


Diese Fragen beschäftigen auch die Figur Max im Film. Er befindet sich an einem Punkt, an dem er sich mit seinem eigenen Weg auseinandersetzt und eigentlich an etwas Neuem arbeiten möchte. Durch eine unerwartete Begegnung gerät dieser Rückzug jedoch ins Wanken.


Damit berührt seine Geschichte zugleich ein zentrales Thema von „Not Without a Star“: Wer bekommt Aufmerksamkeit? Welche Geschichten gelten als gross genug, um erzählt zu werden? Und was geschieht mit all den kleinen Geschichten, wenn die grossen Themen unserer Zeit alles andere zu überlagern drohen?


Auch die Entstehung des Films selbst spiegelt diese Frage. Eine kleine Geschichte braucht Sichtbarkeit, um überhaupt entstehen zu können. Und manchmal braucht sie dafür einen Namen, der Türen öffnet.


Genau aus solchen Ebenen soll „Not Without a Star“ entstehen. Nicht nur am Schreibtisch, sondern auch aus Begegnungen mit den Menschen, die später Teil des Films sein werden.

Das erste Gespräch mit Max war deshalb vor allem eines: ein Anfang.


Ein Wiedersehen nach vielen Jahren und gleichzeitig der Beginn einer neuen gemeinsamen Reise.

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