Not Without a Star: Das Leben schreibt tragisch und komisch
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Aktualisiert: vor 4 Stunden

Dieser Blog beginnt zu einem Zeitpunkt, an dem der Film noch nicht fertig ist. Das Drehbuch ist in Arbeit, viele Entscheidungen sind noch offen, und genau deshalb möchte ich jetzt mit dem Erzählen beginnen.
"Not Without a Star" wird eine musikalische Tragikomödie, die auf wahren Hintergründen basiert. Der Ursprung des Projekts liegt mehr als zehn Jahre zurück. Damals begleitete ich die Familie Poincilit für den SRF Dokumentarfilm "Eine Familie kämpft. Leben mit einer unheimlichen Krankheit." Aus dieser Arbeit entstand eine Verbindung, die bis heute besteht.
Die Familie hat drei Kinder, die von einer sehr seltenen genetischen Krankheit betroffen sind. Ihr Sohn Mathias ist daran gestorben. Die beiden Töchter leben mit derselben Diagnose. Über die Jahre habe ich erlebt, wie die Familie mit dieser Realität umgeht. Neben der Krankheit gibt es einen ganz normalen Alltag, gemeinsames Essen, Musik, Humor, Streit, Erinnerungen und viel Lebenswillen.
Aus diesem realen Hintergrund entsteht nun ein Spielfilm. Im Mittelpunkt steht Max, ein älterer Schauspieler, der sein Leben lang gearbeitet hat, ohne je zu einem grossen Namen zu werden. Er reist in die Mühle der Familie, um sich auf eine Rolle vorzubereiten. Er soll Christoph, den Vater der Familie, spielen und möchte ihn dafür kennenlernen.
Gleichzeitig kämpft der geplante Film selbst um seine Finanzierung. Die Geschichte gilt als schwierig, das Publikum als zu klein und das Projekt als zu wenig vermarktbar. Immer wieder steht derselbe Satz im Raum: Not Without a Star. Ohne einen bekannten Namen gibt es kein Geld. Ohne Geld gibt es keinen Film.
Hier berühren sich Filmproduktion und Pharmaindustrie. In beiden Bereichen hängt Aufmerksamkeit oft von der Aussicht auf Profit ab. Ein Film mit einem kleinen Publikum gilt als Risiko. Eine Krankheit mit wenigen Betroffenen verspricht keinen grossen Markt. Für die Menschen, deren Leben davon abhängt, bekommt die Frage, ob sich etwas lohnt, eine ganz andere Bedeutung.
Der Film bewegt sich auf mehreren Metaebenen. Er erzählt von einem Schauspieler, der eine reale Person darstellen soll. Er zeigt einen Regisseur, der aus dem Leben einer Familie einen Film machen möchte. Gleichzeitig geht es um die Entstehung genau dieses Films und um die Entscheidungen, die dabei getroffen werden müssen.
Wem gehört eine Geschichte? Was darf eine Kamera zeigen? Wann schafft ein Film Sichtbarkeit, und wann benutzt er dafür den Menschen, den er eigentlich sichtbar machen will?
Die Musik ist ein wichtiger Teil dieser Erzählung. Sie entsteht aus der Mühle und aus dem Leben der Figuren. Das Wasser, der Wind, die alten Türen und die Schritte im Haus bilden den Anfang. Dazu kommen das Cello, Christophs Schallplatten und das leicht verstimmte Klavier. Die Musik soll die Geschichte nicht erklären. Sie gehört zu ihr.
Trotz des ernsten Hintergrunds soll Not Without a Star kein schweres Krankheitsdrama werden. Der Film ist eine Tragikomödie. Der Humor entsteht aus den Menschen, ihren Eigenheiten und den kleinen Pannen des Alltags. Die Familie wird nicht auf ihre Krankheit reduziert. Mich interessieren ihre Beziehungen, ihre Widersprüche und die Art, wie sie trotz allem weiterlebt.
Aktuell befindet sich das Projekt in der Drehbuchentwicklung. Aus vielen Jahren Recherche, Erinnerungen, Gesprächen und dokumentarischem Material entsteht Schritt für Schritt eine fiktionale Geschichte. Der Film ist international gedacht, bleibt aber eng mit der Familie und dem Originalschauplatz verbunden.
Dieser Blog soll Einblicke in diesen Prozess geben. Ich werde über die Arbeit am Drehbuch, die Figuren, die Mühle, die musikalische Ebene und die Entwicklung der Produktion schreiben. Dabei möchte ich auch Entscheidungen zeigen, die später im fertigen Film nicht mehr sichtbar sein werden. Ideen verändern sich, Szenen werden gestrichen, neue Fragen tauchen auf.



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