Ausgezeichnet: Doppelte Freude im Team Werkwürdig
- 23. Juni
- 3 Min. Lesezeit
Aktualisiert: 6. Aug.

Dieses Jahr dürfen wir uns gleich über zwei Auszeichnungen freuen. Michael Werder erhält das Zuger Werkjahr 2026. Julia Meienberg wird mit einem Förderbeitrag des Kantons Zug unterstützt.
Für uns ist das etwas ganz Besonderes. Damit wird die Arbeit von uns beiden ausgezeichnet und wir können zwei Projekte weiterentwickeln, die uns sehr am Herzen liegen.
Zuger Werkjahr für Michael Werder
Michael erhält das mit 50’000 Franken dotierte Zuger Werkjahr 2026 für sein neues Filmprojekt «VERSION».
Ausgangspunkt ist eine persönliche Geschichte. Über Jahrzehnte zirkulierte in seinem Umfeld eine zentrale Version seiner eigenen Lebensgeschichte, nur er selbst kannte sie nicht.
Im Zentrum des Projekts steht jedoch nicht die Enthüllung eines Familiengeheimnisses, sondern die Mechanik dahinter. Wie entsteht eine bestimmte Version der Wirklichkeit? Wer darf etwas wissen? Wer schweigt? Wem nützt eine Erzählung und wer trägt ihre Folgen?
Der konkrete Fall ist eng mit Michaels Herkunft in Hünenberg verbunden. Das Thema selbst ist jedoch universell. Solche Mechanismen finden sich in Familien, Dörfern, Institutionen und auch in der Politik. Geschichten prägen, was wir für wahr und möglich halten. Sie können Menschen sichtbar machen und Gemeinschaft schaffen, aber auch Rollen festschreiben und Menschen ausschliessen.
Gerade heute, wo unterschiedliche Versionen der Wirklichkeit aufeinanderprallen und Erzählungen gezielt eingesetzt werden, ist diese Auseinandersetzung besonders wichtig.
In «VERSION» bündelt sich vieles, was Michaels bisheriges Schaffen geprägt hat. Schon in früheren Filmen, Bühnenarbeiten und multimedialen Projekten beschäftigte ihn die Frage, wie Geschichten unsere Wahrnehmung verändern und was sie in der Wirklichkeit auslösen können.
Das Werkjahr ermöglicht ihm, Archivmaterial zu sichten und zu digitalisieren, Gespräche zu führen und eine filmische Form zwischen Dokumentation, Inszenierung und Fiktion zu entwickeln. Der Film soll keine endgültige Wahrheit behaupten, sondern zeigen, wie unterschiedlich Wirklichkeit erzählt, erinnert und erlebt wird.
Förderbeitrag für Julia Meienberg
Julia erhält einen Förderbeitrag von 12’800 Franken in der Sparte Bildende und Angewandte Kunst.
Sie arbeitet im Bereich Licht, Video und Projektionstechnik. Dabei interessiert sie zunehmend nicht nur die technische Umsetzung, sondern auch die eigene gestalterische Arbeit und das Erzählen von Geschichten. Der Förderbeitrag ermöglicht ihr, sich in dieser Tätigkeit weiterzuentwickeln und ihre visuelle Bildsprache zu vertiefen.
3D-Animation verbindet viele Bereiche, mit denen Julia bereits arbeitet. Dazu gehören Bildkomposition, Licht, Form, Farbe, Bewegung und digitale Raumgestaltung. Künftig möchte sie mehr Bildmaterial selbst erschaffen und digitale Bühnenbilder, Filmeffekte und Projektionen gezielter als erzählerische Elemente einsetzen.
Diese Fähigkeiten fliessen direkt in gemeinsame Projekte ein. Julia gestaltet digitale Inhalte für Theater, Musicals und Kulturveranstaltungen. Bei den Sommernachtspielen in Cham war sie von Beginn an an der technischen Planung und kreativen Umsetzung beteiligt und realisierte einen grossen Teil der Inhalte für den LED-Boden.
Auch für Produktionen von VoiceSteps, der Fairytale Academy und für unsere hauseigene Produktion «Cörcus» entwickelt sie Projektionen und visuelle Welten.
Der Förderbeitrag gibt Julia die Möglichkeit, ihren Weg von der technischen Umsetzung zur eigenständigen gestalterischen Arbeit weiterzugehen. Ihr Ziel ist es, gemeinsam mit anderen Kulturschaffenden neue Projekte zu entwickeln und damit auch künftig zum kulturellen Leben im Kanton Zug beizutragen.
Wir freuen uns sehr
Dass wir beide im selben Jahr ausgezeichnet werden, freut uns riesig. Die beiden Förderungen geben uns Zeit, Sicherheit und neue Möglichkeiten. Vor allem sind sie eine schöne Anerkennung für die Arbeit, die in den vergangenen Jahren entstanden ist.
Wir bedanken uns beim Kanton Zug und bei den Fachjurys für das Vertrauen.
Die öffentliche Preisübergabe findet am 9. September 2026 um 18.30 Uhr in der Galvanik Zug statt.

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